Solidaritätserklärung zum Warnstreik am 27./28. April 2015

Betriebsversammlung des Asklepios-Fachklinikums Göttingen-Tiefbrunn

Liebe KollegInnen von der Charité Berlin,

Wir haben heute in unserer Betriebsversammlung von Eurem Entschluss gehört, für eine Personalmindestbesetzung in eine Tarifauseinandersetzung zu gehen. Wir unterstützten Euren Schritt in den Streik und Eure Forderung nach Mindestbesetzung mit einer Quote von 1:2 auf den Intensiv- und 1:5 auf den anderen Stationen und dafür, dass kein/e KollegIn einen Nachtdienst allein verrichten muss.

Als Beschäftigte eines ehemals öffentlichen Betriebes haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich nach der Privatisierung Personalbemessung und Prozesse einseitig an den Gewinnerwartungen orientieren und die Bedürfnisse der Patienten und Patienten immer mehr in den Hintergrund rücken. Zugleich steigt unser Arbeitsdruck steigt an und unsere Arbeitsbedingungen werden immer weiter verschlechtert.

Mit Erschrecken sehen wir, dass die Logik von privaten Unternehmen noch mehr im Gesundheitswesen etabliert werden soll. Mit der Einführung von Fallpauschalen wurde eine Abwärtsspirale bereits in Akutkrankenhäusern in Gang gesetzt, für die die Beschäftigten die Zeche zahlen und wodurch PatientInnen oft nicht mehr angemessen versorgt werden können.

Wir – als Beschäftigte einer Psychiatrischen Klinik – stehen vor der Situation, dass auch bei uns ein System der Fallpauschalen eingeführt werden soll, was der Versorgung und Behandlung psychisch kranker Menschen völlig unangemessen ist. Das lehnen wir ab.Wir können alle einmal Patientin oder Patient sein – ob wie in der Charité in einem Akut-Krankenhaus oder wie bei uns in der Psychiatrie. Noch arbeiten wir nicht nach einem Fallpauschalensystem, aber wir sind jetzt schon KollegInnen, die Euch für Euren Kampf viel Erfolg wünschen.

23.4., Betriebsversammlung Asklepios Göttingen-Tiefenbrunn

(C) 2013 ver.di - Fachbereich Gesundheit & Sozialeszuletzt aktualisiert: 14.12.2020