Aufstand der Töchter

Eine Belegschaft - Ein Tarifvertrag!

»TVöD für alle!« Mit dieser Parole fordern die Belegschaften der Tochtergesellschaften Berliner Kliniken eine Angleichung ihrer Löhne und Bedingungen an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes.

Den Anfang haben die Beschäftigten der Vivantes Service Gesellschaft (VSG) Mitte April mit einem zweitätigen Warnstreik gemacht. Viele weitere Streiktage folgten seitdem. »Es geht uns nicht allein ums Geld«, stellte die Tarifkommission in einer Stellungnahme klar. »Wir wollen Gerechtigkeit, gleiche Bedingungen für gleiche Arbeit, TVöD für alle!« Denn im Moment ist die VSG-Belegschaft gespalten: Für 650 der knapp 900 Beschäftigten, die aus dem Mutterkonzern in die VSG übergegangen oder an diese verliehen wurden, gilt der TVöD. Die restlichen 250 Kolleg/innen und alle Neueingestellten arbeiten ohne Tarifvertrag zu deutlich schlechteren Konditionen.

Auch an der Charité Facility Management (CFM) tut sich was. »Gemeinsam organisieren wir jetzt den Aufstand der Töchter«, sagt Maik Sosnowsky von der ver.di-Betriebsgruppe. »Ob bei Vivantes, an der Charité oder auch im Botanischen Garten – in allen Servicebereichen des Landes haben die Kolleginnen und Kollegen den TVöD verdient.« Durchgesetzt haben die Beschäftigten bereits, dass die rot-rot-grüne Landesregierung die CFM zurück in Landeseigentum überführt. Ein wichtiger erster Schritt, auf den jetzt aber die Angleichung der Löhne folgen muss!

Auch die Beschäftigten der Therapeutischen Dienste, die vor anderthalb Jahren von Vivantes ausgegliedert wurden, organisieren sich gegen die Spaltung und Ausgliederung. Mit beharrlichen Aktionen haben sie unter anderem den SPD-Landesparteitag und den Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses dazu bewegt, sich gegen Lohndumping durch Outsourcing auszusprechen.

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