Solidarität mit Dana Lützkendorf

Nach TV-Auftritt: Rechte Hetze gegen Krankenpflegerin Dana

Unsere Mitstreiterin und aktive ver.di Kollegin Dana Lützkendorf ist seit ihrem Auftritt in einer Wahlsendung des Senders Sat 1 einem unerträglichen Shitstorm in der Öffentlichkeit und insbesondere in den sozialen Medien ausgesetzt. Dana hat in der Sendung die Arbeitssituation für die Pflege in den Krankenhäusern geschildert und eine Frage an die Vertreter/innen der Parteien FDP, AfD, Grüne und Linke gestellt. Auf Nachfrage des Moderators im Anschluss an deren Antworten erklärte sie ihre Wahlpräferenz für die Partei DIE LINKE und begründete diese auch mit persönlichen Erfahrungen.

In verschiedenen rechten Foren aber auf ihrer persönlichen Facebook-Seite wird sie nun von Anhängern und Funktionären der AfD in übler Art und Weise diffamiert. Der Vorwurf lautet, sie habe nicht erwähnt, dass sie Mitglied der Partei DIE LINKE und der Gewerkschaft ver.di sei. Sie wurde danach – wie alle anderen BürgerInnen, die in der Sendung zu Wort kamen – nicht gefragt.

Die Kommentare hierzu in den sozialen Medien zeigen, dass es um diese Frage höchstens am Rande geht. Dana wird von offensichtlichen AfD-SympatisantInnen unterstellt, sie würde wegen ihrer Parteipräferenz ihren pflegerischen Ethos verletzten. Sie wird bedroht und es werden Beleidigungen ausgesprochen, die wir hier nicht wiederholen wollen.

Wir kennen Dana als mutige und aktive Mitstreiterin im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen im Krankenhaus. Seit Jahre nimmt sie dafür kein Blatt vor den Mund. Sie kämpft für den Pflegeberuf im Betrieb in Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber; Sie gibt der Pflege seit Jahren ein Gesicht in der Öffentlichkeit. Sie gibt Interviews, sie berichtet in parlamentarischen Ausschüssen oder auf Veranstaltungen von verschiedensten Organisationen oder Parteien immer wieder von der Situation in der Pflege. Ohne ihren Einsatz wären die Kämpfe insbesondere der Pflege an der Charité in den letzten Jahren nicht denkbar. Sie tut dies wegen ihrer Verantwortung als Pflegekraft.

Ein persönlicher Angriff, wie wir ihn gerade vor allem durch die Hetze in den sozialen Medien erleben, ist für uns bisher beispiellos. Hier soll einer kämpferischen Gewerkschafterin das Recht abgesprochen werden, sich (partei)politisch zu positionieren, wenn diese Postierung nicht den Wünschen der rechten Scharfmacher entspricht. Während wir an der Charité alle Kräfte brauchen, um für eine Verbesserung unseres Tarifvertrags zu Mindestbesetzung zu kämpfen, muss sich Dana als eine unserer aktivsten MitstreiterInnen nun mit diesen Angriffen auseinandersetzen.

Wir stehen hinter Dana und verurteilen die Angriffe auf sie in der Öffentlichkeit und den sozialen Medien. Pflegekräfte haben das Recht auf eine politische Meinung und darauf, sie öffentlich zu äußern. Die aktiven ver.di-Kolleginnen an der Charité in Berlin und bundesweit kämpfen für eine selbstbewusste Pflege und für anständige Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern. Davon werden wir uns auch durch rechte Hetzer nicht ablenken lassen – es gibt noch genug zu tun!

(C) 2013 ver.di - Fachbereich Gesundheit & Sozialeszuletzt aktualisiert: 27.09.2017